Montag, 23. Februar 2026

ProtaTalk mit Florence aus "Ruf der Anden"


Titicacasee, Peru

Heute verschlägt es mich in eine Region der Welt, in der ich bisher noch nicht unterwegs war … und es real auch wahrscheinlich nie sein werde. Aber umso mehr freue ich mich, dass ich durch die Bücher reisen kann. Zurück zum Thema – mein heutiges Ziel ist Peru, genauer der Titicacasee im 15. Jahrhundert.

Ich trete aus meinem Portal und kann nur Staunen. Leichter Nebel liegt auf dem See, sodass ich gerade noch das andere Ufer erkennen kann. Einfach schön. Aus dem umliegenden Wald kommt mir eine junge Frau mit kupferblonden Haaren und einem traditionellen Gewand entgegen. Das muss Florence sein, meine heutige Interviewpartnerin. 

Ich: Hallo Florence. Freut mich, dass wir heute ein bisschen quatschen können!

Florence: Guten Morgen! Ich bin auch total froh, mich mal wieder mit jemandem aus der Gegenwart unterhalten zu können.

Wir setzen uns gemeinsam ans Ufer und Florence schaut mich erwartungsvoll an.

Ich: Die wichtigste Frage zuerst… wie hat es dich in diese Zeit verschlagen? Ich weiß, dass du eigentlich auch aus meiner Zeit kommst, wir befinden uns aber aktuell im 15. Jahrhundert.

Florence: Oh, das war wirklich spektakulär – erst bin ich in dieses seltsame Inka-Ritual in den Höhlen da drüben geraten und dachte noch, das ist alles gespielt. Aber dann wurde daraus ziemlich schnell Ernst und ich wollte nur noch weg – und da war dieses Tor. Ich wusste, dass etwas damit nicht stimmt, aber Mateo, mein Freund … er hat mich einfach durchgetragen, weil er dachte, er bringt mich so in Sicherheit. Stattdessen bin ich aber hier gelandet.

Ich: Das klingt nach einem sehr heftigen Erlebnis! Wusstest du, dass Zeitreisen existieren?

Florence: Nein! Ich hab’s auch sehr lange nicht geglaubt, obwohl die Zeichen auf jeden Fall da waren. Aber irgendwann wurde mir klar, dass ich wirklich nicht mehr in der Gegenwart sein kann. Das war ein ganz schöner Schock! Manchmal wache ich immer noch auf und denke, es war alles ein verrückter Traum …

Ich: Das glaube ich sehr gerne! Es sind in der Vergangenheit ja auch einige Dinge anders. Was hat dich eigentlich nach Peru verschlagen? Du kommst ja ursprünglich aus Frankreich. Und was gefällt dir an der Region?

Florence: Ich wollte hier eigentlich Urlaub machen. Im Studium hatte ich schon Quechua gelernt und Mateo ist total geschichtsbegeistert – außerdem haben wir uns damals hier kennengelernt, auf einer Klassenfahrt nach Machu Picchu. Es sollte eine romantische Reise werden, aber dann … naja, dann kam alles anders. Trotzdem liebe ich die raue Natur und dass man hier alles findet: Berge, Seen, Urwald, sogar Strand … es ist eine unglaubliche Landschaft.

Ich: Da kann ich dir auf jeden Fall zustimmen – schön sieht es hier wirklich aus! Ich bin neugierig – wie ist es so im 15. Jahrhundert? Gibt es Dinge, die du aus unserer Zeit vermisst – oder auch nicht vermisst?

Florence: Es ist krass. Zum einen fehlen natürlich die ganzen Annehmlichkeiten, Handy, Auto und so weiter. Aber es ist auch alles so ursprünglich, die Luft ist sauberer – riech mal! – und es ist auch irgendwie insgesamt leiser. Man kommt viel mehr zur Ruhe. Aber die Gesetze hier sind ziemlich hart. Damit komme ich nicht besonders gut zurecht. Wo es zu Hause eine Geldstrafe oder vielleicht Gefängnis gibt, verliert man hier direkt mal ein Gliedmaß oder wird den Göttern gleich ganz geopfert. Einmal habe ich beobachtet, wie eine Frau mit Stockhieben dafür bestraft wurde, dass ihr Haus zu unordentlich war. Ich konnte es nicht glauben. Aber so halten die Inka hier die Ordnung, schätze ich.

Ich: Versteh ich. Die Gesetze waren … sind früher ja doch ganz andere gewesen als zu unserer eigentlichen Zeit. Gibt es schon einen Plan, wie du wieder nach Hause kommen kannst?

Túpac, Thronfolger
Florence: Ja … Aber es ist kein guter Plan. Mateo wird irgendwo hier gefangen gehalten und wir dürfen erst wieder zurück in die Gegenwart, wenn ich den Thronfolger der Inka … naja, er darf das kommende Jahr nicht überleben. Und ich weiß wirklich nicht, wie ich das machen soll. Aber ich kann Mateo ja auch nicht einfach diesen unheimlichen Priestern überlassen! Ich muss mir noch etwas einfallen lassen, wie ich uns alle drei retten kann.

Ich: Heftig! Ich drücke auf jeden Fall die Daumen, dass sich doch noch ein anderer Weg finden lässt! Zeit für eine kleine Schnellfragerunde! Berge oder Meer?

Florence: Berge!

Ich: Kann ich bei der Aussicht hier total verstehen. Schlafen im Zelt oder unter freiem Himmel?

Florence: Auf jeden Fall Zelt!

Ich: Lieblingsessen?

Florence: Quiche!

Ich: Lecker! Lieblingsfreizeitbeschäftigung?

Florence: Lesen …

Ich: Die Antwort hätte ich auch gegeben!^^ Eine letzte Frage habe ich noch. Wenn du die Autorin deines Buches treffen könntest – was würdest du ihr sagen wollen?

Florence: Ich würde glaub ich etwas fragen wollen: Warum ich? Wieso muss ich diese unmögliche Entscheidung über Leben und Tod treffen?

Ich: Die Frage kann ich sehr gut nachvollziehen! Ich geb sie weiter, vielleicht gibts irgendwann eine Antwort. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview genommen hast. Ich drücke auf jeden Fall alle Daumen, dass du wieder in unsere Zeit nach Hause kommen kannst!

Florence: Danke. Es hat gut getan, über all das zu reden. Jetzt muss ich aber wirklich zurück!

Ich beobachte noch, wie Florence wieder im Wald verschwindet. Ich hoffe wirklich, dass sie wieder nach Hause kommen wird. Auch wenn die Zeit interessant ist, leben wollen würde ich hier wohl eher nicht. Deswegen bin ich sehr froh, dass ich jetzt mit meinem Portal wieder nach Hause reisen kann.


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Florence hat mir in dem Interview einen kleinen Einblick in ihre Geschichte gegeben. Möchtet ihr mehr über sie und ihre Reise ins 15. Jahrhundert erfahren? 

Dann solltet ihr euch das Buch „Ruf der Anden“ von Thora Frey mal genauer anschauen. Mehr Informationen findet ihr auch bei der Autorin. Oder ihr stöbert mal in meiner Rezension 😉


KlappentextAls Florence erwacht, hört sie leise Stimmen. Drei Männer in alten Gewändern unterhalten sich, sie sprechen Quechua, die Sprache der Inka. Es geht um sie. Florence versucht sich zu erinnern. Was macht sie an diesem Ort? Was ist mit Mateo, ihrem Freund? Hat er wie sie den Sturz durch das Tor am Titicacasee überlebt? Offensichtlich halten die Männer ihn gefangen, denn sie machen ihr ein Angebot: Das Leben von Mateo für den Tod eines anderen. Sein Name: Túpac Yupanqui, Sohn des Sapa Inka Pachacútec. Florence weiß nicht, ob sie lachen oder weinen soll. Nie würde sie einen anderen Menschen umbringen, vor allem niemanden, der seit über 500 Jahren tot ist ... [Cover-/Textquelle: Thora Frey]
 
Bildquelle:
Karte, Bilder von Florence & Tupak © Thora Frey
 

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Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, dann schaut auch gerne mal bei den anderen Stops der Blogtour vorbei!
 

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