Donnerstag, 25. Juni 2026

[Top Ten Thursday] Klischees

Der Top Ten Thursday, früher bei Steffis Bücherbloggeria, ist eine Aktion, bei der man jede Woche eine Liste zu einem bestimmten Thema erstellen soll - eben eine Top Ten ;)

Aktuell wird sie von Aleshanee von Weltenwanderer gehostet.

Heutiges Thema: Nenne uns 10 Klischees, die du entweder magst oder gar nicht leiden kannst

Ich muss gestehen, dass ich mich mit diesem Thema sehr schwer getan habe. Da ich so gar keinen Anfangspunkt gefunden habe, hab ich erstmal nach einer Definition von Klischee gesucht:

"weit verbreitetes, oft abgenutztes Stereotyp, ein Denkschema oder eine überkommene Vorstellung"

Yoar, dem kann ich im Großen und Ganzen erstmal zustimmen - wirklich einfacher hat es mir das ganz dann aber nicht gemacht. Irgendwie ist hier am Ende eine Liste zusammen gekommen - aber weder wirklich vollständig, noch immer mit buchigen Beispielen. Ich fand es tatsächlich am einfachsten, auf die Sachen zu gehen, die ich nicht mag. Zum Rest wollte mir nicht so richtig was einfallen. 


Spontan- oder Schnellheilung

Mittlerweile kommt es ja häufiger vor, dass auch Krankenheiten in Geschichten thematisiert werden. Leider fällt mir dabei vermehrt auf, dass dies entweder nicht ausführlich genug behandelt wird oder eben die genannte Spontan- & Schnellheilung eintritt. Ich meine damit, dass es am Ende immer ein Happy End gibt, was beinhaltet, dass alle wieder gesund sind. Und bei vielen Sachen ist das mehr als unrealistisch. Mittlerweile achte ich da auch sehr drauf, solche Themen nicht in Geschichten dabei zu haben.

Beispiel Dunbridge Academy 3: beide Protagonisten bringen psychische Probleme mit. Und bei ihr würde ich schon behaupten wollen, dass es sich hier um tiefgreifende Sachen handelt (als Sozialpädagogin, die viel mit Menschen mit psychischen Einschränkungen zu tun hat, kann ich das durchaus einschätzen). Für beide reichen hier wenige Gespräche mit der Schulpsychologin, um alles zu klären. Nichts gegen Schulpsychologen, bei der Vielschichtigkeit des Problems vermittelt es aber einfach nur ein völlig falsches Bild von der Krankheit und dem Heilungsprozess. Denn gerade psychische Probleme sind nie so schnell behoben und "geheilt" in der Regel schon gar nicht.


Der schwule beste Freund

Vor ein paar Jahren war es noch so, dass gefühlt jedes Buch im Romance-Bereich einen schwulen besten Freund brauchte. Je schrulliger und seltsamer, desto besser - so war zumindest da immer mein Eindruck. Mittlerweile scheint das nicht mehr so zu sein, zumindest läuft es mir nur noch sehr selten über den Weg. Oder die Thematik als solches wird nicht mehr so groß aufgebauscht wie früher.

Ich habe lange überlegt, aber mir ist tatsächlich kein passendes Buch eingefallen^^ anscheinend habe ich da immer die Story vergessen wollen. Sowas steht ja auch eher selten im Klappentext.


Künstliches Zeitschinden, wenn der Leser schon alles weiß

Dass hin und wieder mit diesem Motiv gespielt wird, um Spannung zu erzeugen, meine ich hier nicht. Es gibt immer mal wieder Bücher, da bekommt der Leser recht schnell mit, wohin das ominöse Geheimnis geht und die Charaktere scheinen einfach nicht clever genug zu sein, darauf zu kommen. Okay, damit kann ich im Zweifel noch leben, wenn es trotzdem spannend ist. Was ich aber gar nicht leiden kann, ist, wenn alles künstlich in die Länge gezogen wird, um mehr Seiten zu haben - und die Handlung dadurch einfach nur noch drunter leidet.

Beispiel Trusting you: [Spoiler zur Handlung, falls das Buch noch jemand lesen möchte!!!!] 
Es geht um das Geheimnis von Jeff, was auch im Klappentext schon angesprochen wird. Irgendwann hat die beste Freundin des Protagonisten endlich herausgefunden, was dieses Geheimnis ist. Leider verunglückt sie, bevor sie diese wichtige Information weitergeben kann und die Handlung steht gefühlt wieder am Anfang. Unabhängig davon, dass mir das Buch insgesamt nicht so zugesagt hat, hat die Handlung hier einfach keinen Spaß mehr gemacht - denn als Leser wusste man schon, was Jeffs Geheimnis ist. Einfach nur ein unnötiges in die Länge ziehen!


Die "starke Lady", die ständig Hilfe braucht

Das ist wohl das, was mich aktuell auch immer noch am meisten stört. Da will einem unbedingt eine starke und selbstbewusste Frau verkauft werden - aber können tut sie eben leider nichts. Sie fragt ständig um Hilfe, in der Regel muss der schöne, hübsche, gefährliche, geheimnisvolle Love Interest dann eingreifen oder sie glänzt einfach mit einer Naivität, die einfach nur noch kopfschütteln lässt. Es ist ja okay, auch als starke Frau um Hilfe zu bitten - aber nicht bei fundamentalen einfach Dingen, weswegen sie ja als "stark" beschrieben wird.

Beispiel Deathless One: Oh, ist hier jemand von sich überzeugt und kann leider einfach absolut nichts alleine auf die Reihe kriegen. Die Dauernaivität der Protagonistin war einfach nur noch gruselig. 

Beispiel Crowns of Nyaxia 2: in Band 1 fand ich die Protagonistin noch okay dargestellt. Da hat man von ihrer Stärke immernoch etwas gemerkt. In Band 2 leider einfach so gar nicht mehr. 


Nicht Kommunizieren

Oh, wie kann ich das nicht ausstehen! Insbesondere in Romance-Geschichten kommt mir das immer wieder unter und ist auch mit ein Grund, warum ich die immer seltener lese. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sehr Geschichten darauf bauen, dass die Protagonisten nicht miteinander sprechen und alles verheimlicht wird. Und selbst wenn es die perfekten Momente gibt ... tja, nein! Weiter in die Länge ziehen, weil es könnte ja ein bisschen unangenehm werden, über ein Thema zu reden. Ich frage mich dann immer, warum man glaubt, dass das Spaß macht zu lesen?

Beispiel Berlin Night 1: Da zitiere ich einfach mal aus meiner Rezension...
"Es passierte nichts. Die Handlung dümpelt auf 90% der Seiten einfach vor sich hin. Es gab nichts zu erzählen. Und um die spannenden Dinge wurde ein riesiger Bogen namens Nicht-Kommunikation gemacht. Es war schon erstaunlich, wie oft die Protagonisten geschwiegen haben - wie viele Momente es gab, in denen sie hätten miteinander reden können, es aber nicht getan haben. Wie absolut gekünzelt diese Geschichte in die Länge gezogen wurde." 

 

Es muss immer eine Liebesgeschichte geben!

Ja, das lässt sich nicht auf alle Genre übertragen! Aber ich bin nun mal vermehrt in der Fantasy unterwegs und seit die Romantasy Einzug gehalten hat, ist eigentlich immer eine Liebesgeschichte dabei. Und leider oft genug mit mehr Fokus darauf als auf dem fantastischen Aspekt. Ich würde mir da sehr wünschen, dass man statt irgendwas-to-lovers einfach auch mal irgendwas-to-friends machen würde. Tut den Geschichten in der Regel keinen Abbruch und wäre mal was erfrischend anderes!

Beispiel Rewitched: Einerseits war die Liebesgeschichte nicht wirklich ausgearbeitet und ich konnte nicht nachvollziehen, was die beiden aneinander finden. Es wirkte dann eher aufgesetzt und eigentlich hätte die Handlung das auch gar nicht gebraucht. Zusätzlich war der Love Interest auch noch maximal unpräsent.


Welche Bücher und Autoren kennt ihr denn schon?

3 Kommentare:

  1. Hallo Andrea, viele der genannten Klischees tauchen ja in allen Genre auf, nur in etwas anderer Form. Das mit der Schnellheilung fällt mir vermehrt in Krimiserien auf. Wir schauen gerade 19/2, da sind die Polizisten oft schwer verletzt und tauchen in der nächsten Episode wieder auf. Inhaltlich haben wir einiges gemeinsam, ich habe es vielleicht anders formuliert aber in Gedanken sind wir da eins. Schönen Urlaub. Ich bin gerade erst zurück und fühle mich wettertechnisch immer noch im Süden- LG Petra

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  2. Schönen guten Morgen!

    Freut mich dass du trotz Urlaub einen Beitrag gemacht hast und ich wünsche dir noch eine schöne und erholsame Zeit!

    Spontan- oder Schnellheilung... also dazu fällt mir grade tatsächlich gar nichts ein. Ich überlege - grade in High Fantasy wenn sie kämpfen und verletzt werden, dort wird das eigentlich schon sehr schwerwiegend dargestellt und psychische Probleme haben da auch viele - aber die werden nicht "bearbeitet". Vor allem nicht so wie du es schilderst, sowas lese ich anscheinend nicht.

    Den schwulen besten Freund hab ich verpasst ^^ Aber ich meide ja schon länger Romance, Romantasy und alles was dazu gehört, deshalb kommt das bei mir so gut wie nie vor. Genauso wie die starke Lady die immer Hilfe braucht :D

    Dafür kenne ich das Verschweigen oder nicht reden zur Genüge. Das gibt es leider in vielen Genres und nervt mich sehr! So oft könnte einfach nur kurz darüber gesprochen werden und die Handlung geht weiter - aber nein! Das wird oft so unnötig ewig in die Länge gezogen!!!

    Liebesgeschichten - also die kommen an sich immer vor, wenn ich so zurückdenke, ABER der Fokus war einfach anders. Es gibt Pärchen, aber das ganze spielt sich nebenbei ab und der Fantasybereich mit Magie, Krieg oder sonstiges steht im Vordergrund. Mittlerweile hat sich das verschoben und die Liebe ist so präsent das alles andere in den Hintergrund gerät. Wenn ich das schon im Klappentext absehen kann, lasse ich die Finger davon ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  3. Hallo Andrea,

    ich wünsche dir erstmal noch nen schönen Urlaub. Ja, mir hat auch der Anhaltspunkt gefehlt, aber darauf, einfach mal Google zu befragen, bin ich irgendwie nicht gekommen. Wahrscheinlich ist die Hitze schuld :D Oder mir hätten ein paar Beispiele in der Aufgabenstellung gut getan.

    So hätte ich auf jeden Fall das Thema, dass immer eine Liebesgeschichte dabei sein muss nennen können. Das nervt mich ja ohne Ende... Und wie Aleshanee schon sagt, wird der Fokus darauf immer mehr und das ist soooo schade.
    Spontan- und Selbstheilung ist mir (glaube ich) noch gar nicht begegnet. Der schwule beste Freund schon, aber der stört mich nicht. Zeitschinden nervt mich auch und jop, nicht zu kommunizieren bringt ja auch im wahren Leben die größten Probleme...

    Liebe Grüße,
    Steffi vom Lesezauber

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