Samstag, 13. Juni 2020

[Rezension] Svea Lundberg - Wenn Vertrauen aus Verrat erwächst (Sheltered in blue 3)





Autorin: Svea Lundberg
Titel: Wenn Vertrauen aus Verrat erwächst
Reihe: Sheltered in blue 3
1: Wenn Barrikaden brennen | 2: Wenn Erinnerungen lähmen | 3: Wenn Vertrauen aus Verrat erwächst
Genre: Gayromance, Contemporary
Erscheinungsdatum: 01.06.2020
Seiten (Ebook): 307
Preis: Ebook 4.99€




Als Rauschgiftermittler der Kriminalpolizei kann Ben sich auf seine Menschenkenntnis verlassen – dachte er zumindest. Umso größer ist für ihn der Schock darüber, dass seine neue Eroberung mit einem Bein im Knast steht. Eliáns Vergangenheit, die ihn bis heute verfolgt, ist jedoch nicht alles, was dafür sorgen könnte, einen Abgrund zwischen ihm und Ben zu reißen. Ebenso schwer wiegt Eliáns Angst, Ben könnte innerhalb seines Jobs etwas zustoßen, und Ben wiederum kommt nicht mit einem Mann klar, der ihn einengt. Für seine Arbeit braucht er einen klaren Kopf. Mehr noch, als er durch zunächst routinemäßig wirkende Ermittlungen auf einen Dealer stößt, dessen Machenschaften weit über die eines Kleinkriminellen hinausgehen. Mit einem Mal sieht Ben sich gezwungen, sich an das Landeskriminalamt zu wenden. In János lernt er einen Kollegen kennen, der seinen festen Platz im beruflichen wie privaten Leben längst gefunden zu haben scheint. Doch auch János trägt Narben der Vergangenheit mit sich. [Cover-/Textquelle: Svea Lundberg]

Es gab lange kein Buch mehr, wo mir die Rezi so schwer gefallen ist. Fürs Protokoll, das Buch hat mir gefallen! Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass ich einfach nicht die richtigen Worte finde, um meine Gedanken aufzuschreiben und am Ende auch rüber zu bringen, warum es mir eigentlich so schwer fällt, eine Sternebewertung abzugeben.

Auch dieses Mal steht wieder eine Polizeieinheit im Mittelpunkt: die Kriminalinspektion für organisiertes Verbrechen und Rauschgiftkriminalität sowie das Landeskriminalamt. Die Einblicke in die Arbeit der beiden Ermittler fand ich spannend, auch wenn sie diesmal tatsächlich nicht ganz so sehr im Vordergrund stehen wie in den anderen Bänden. Finde ich das schade? vielleicht ein bisschen. Aber andererseits wäre die Geschichte wohl eine ganz andere gewesen, wenn der Fokus hier mehr auf diesen Ermittlungsbereichen gelegen hätte.

Hier steht vor allem eine Liebesgeschichte im Vordergrund sowie die Ereignisse, die sich um Elián drehen. Und dabei werden auch Themen angesprochen, die sicher nichts für schwache Gemüter sind: Menschenhandel, Prostitution, sexuelle Gewalt. Ich finde, dass die Autorin die Themen sensibel behandelt, auch mit der nötigen Tiefe, sie aber nicht beschönigt (soweit man das von außen sagen kann).

Das Buch dreht sich vorrangig um die "Beziehung", die Ben und Elián haben - geprägt durch die Vergangenheit von Elián und natürlich auch die Arbeit von Ben. Ich möchte es nicht direkt als Liebesgeschichte bezeichnen, weil es das so nicht ist. Es würde irgendwie alles ausklammern, was für die beiden wichtig und bedeutsam ist. Ich war schon ein bisschen geflasht, wie intensiv die Autorin die Emotionen der beiden rüber gebracht hat. So konnte ich jede ihrer Handlung nachvollziehen, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht eher nicht so nachvollziehbar aussahen.

Den Hauptredeanteil in der Handlung hat Ben, zwischendurch reisen wir aber auch mal in die Vergangenheit, um einen Einblick in die Ereignisse um Elián zu bekommen. Fand ich wirklich gut gemacht, hat mich aber auch an manchen Stellen ein bisschen erschreckt.
Tatsächlich hätte ich mir gewünscht, dass der Part von Elián vielleicht ein bisschen eher gekommen wäre. Ich wüsste jetzt aber auch nicht, wo ich in den Anfängen was kürzen sollte.

Den Eindruck hab ich vor allem deswegen gehabt, weil alles was nach der Reise in die Vergangenheit kommt, irgendwie ein bisschen kurz war. So ist für mich auch der Part um János am Ende vielleicht ein bisschen untergegangen. Andererseits lag der Fokus nun eben auch nicht darauf, weswegen dies als Kritikpunkt für mich nicht so wirklich relevant ist. Ich glaube, es hätte auch nicht so richtig gewirkt, wenn man das auch noch auseinander genommen hätte - dann müsste die Handlung einen anderen Fokus haben.

Die Charaktere insgesamt haben mir alle gefallen, jeder auf seine Art. Sie haben Tiefe und heben sich auch voneinander ab. Vielleicht hätte ich mir von János noch ein bisschen mehr gewünscht, aber andererseits hat es auch was, einfach meiner Fantasy ein bisschen Lauf zu lassen. Fan bin ich übrigens auch von Hope, der Katze von János. Schön war auch das kurze Wiedersehen mit den beiden Protas aus Band 1 (den man übrigens nicht gelesen haben muss!)

Was das Ende des Buches angeht, bin ich ein bisschen zwiegespalten ... schlicht weil es offen ist. An manchen Stellen hätte ich mir schon noch ein paar mehr Infos gewünscht und hätte ein bisschen mehr zu gewissen Details erfahren. An anderen Stellen wiederum fand ich dieses offenere Ende auch gut, da es sich auch einfach richtig angefühlt hat. Es hat vor allem zu den Charakteren und deren Entwicklung im Buch gepasst. Mehr wäre an manchen Stellen dann vielleicht auch zu viel gewesen.


Warum es mir jetzt so schwer fällt, eine Sternebewertung abzugeben?
Weil ich den Eindruck gewonnen habe, dass ich beinahe jeden einzelnen Kritikpunkt selber mit der Handlung wieder relativieren kann. Und weil ich das Gefühl habe, dass es das einfach nicht richtig trifft. Selbst wenn ich spoilern würde, wären es immer noch dasselbe und mir würden die Worte fehlen, um es passend auszudrücken.

Das Buch war anders. Ich meine, ich kenne viele Bücher Autorin und hab da schon einige Überraschungen und viele Emotionen mitgemacht. Und trotzdem hab ich den Eindruck, dass dies hier einfach anders ist und auf vieles nochmal eine Schippe drauflegt. Wahrscheinlich fällt es mir aufgrund der Andersheit auch so schwer, Vergleichspunkte zu finden.

_________________________________________________________

👉 Ihr wollt andere Meinungen?
*Ich übernehme keine Haftung für die Inhalte auf den verlinkten Seiten*

Regenbogenbücher 3/5

Kommentare:

  1. Hallo Andrea,
    nicht jede Rezi schreibt sich gleich "leicht", das kenne ich auch. Manchmal kann man einfach gar nicht greifen und erfassen, was einen gestört hat oder was man zu dem Buch sagen möchte...
    Dann sitzt und grübelt man und selbst wenn man das was schreibt, ist man nicht zufrieden, weil irgendwie nicht rüberkommt, was in einem vorgeht. :D

    Du hast mich in jedem Fall aber trotzdem neugierig gemacht auf das Buch bzw. die Reihe. :)

    Liebe Grüße
    Dana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh ja, das beschreibst du gut. Ich hab hieran auch eine dreiviertel Stunde gesessen und irgendwie fühlt es sich immer noch nicht so richtig an^^

      Freut mich, dass ich dich aber immerhin neugierig machen konnte :)

      LG Andrea

      Löschen
  2. Hi Andrea!

    Jetzt musste ich natürlich auch bei deiner auserwählten Rezension vorbeischauen :)

    Das klingt ja wirklich an sich sehr gut und ich kann mich aber auch gut reinversetzen in deinen "Zwispalt". Ich kenne das Gefühl, dass es kleine Details gibt die einem eigentlich nicht so passen, andererseits sich aber trotzdem in die Geschichte mengen und alles ausgleichen.
    Jedenfalls scheint es eine schon ungewöhnliche Krimireihe zu sein, die werde ich mal im Auge behalten :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Krimi-Reihe nur bedingt. Die Bände behandeln einzelne Einheiten der Polizei und man erlebt natürlich auch deren Einsätze. Aber es steht eben auch die Liebesgeschichte immer mit im Vordergrund.

      LG Andrea

      Löschen
  3. Hallo Andrea,

    direkt vom Klappentext hätte ich jetzt mehr ein Crime-Buch erwartet, bzw. dass der Fokus darauf liegt und nicht auf der Beziehung zwischen den Protagonisten. Natürlich sind diese Beziehungen wichtig, hätte ich aber nicht als abolut wichtig erachtet.
    Erst nach dem ich deine Rezi gelesen hatte, hab ich nochmals hochgescrollt und entdeckt, dass es eher in die Gay-Romance Kategorie geht.

    Aber ich weiß, was du meinst, wenn dich eine Buch so beschäftigt, dass du dir nicht im Klaren bist, welche Worte du dafür finden sollst. Es kann schon echt schwierig sein manchmal.
    Aber ich finde, du hast es gut hinbekommen und ich kann deine innere Zerrissenheit zum Buch auch wirklich nachvollziehen.

    Liebe Grüße,
    RoXXie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die ersten beiden Bänden haben den Fokus ein bisschen mehr auf der Polizeiarbeit als der dritte Band. Aber insgesamt nimmt die Liebesgeschichte schon einen großen Raum ein.

      Dankeschön!

      LG Andrea

      Löschen
  4. Hallo Andrea

    Das passiert mir auch oft, dass ich total hin und her gerissen bin, und nicht weiß wie ich es bewerten soll. Offene Enden stören mich nur dann nicht, wenn ich den Folgeband schon parat habe. Auf alle Fälle konntest du mich mit deiner Rezi neugierig machen.

    Liebe Grüße,
    Gisela

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das geht mir ähnlich. Hier sind die einzelnen Bände nur immer über andere Charaktere und Polizeieinheiten, sodass ich da wohl nicht unbedingt mehr Infos bekommen werde.
      Freut mich, dass ich dich neugierig machen konnte :)

      LG Andrea

      Löschen
  5. Hi Andrea,
    im ersten Moment war ich etwas überrascht, denn es liest sich, als ob Du da einen Krimi in der Hand gehabt hättest - erst der 2. Blick offenbarte mir, um was genau es sich handelt.

    Mir geht es auch schon mal so, dass ich nicht weiß, wie ich meine Meinung in Worte packen soll bzw. ist mir manchmal nach dem Beenden eines Buches nicht ganz klar, wie ich es eigentlich gefunden habe. Ich lasse es dann ein paar Tage sacken und lese Rezensionen von anderen Lesern/Bloggern, und meist fällt mir dann auf, dass ich in einer anderen Rezension genau das finde, was mir nicht gefallen hat, was ich aber bislang nicht in Worte fassen konnte weil es nicht greifbar war. Wenn ich einige Rezensionen gelesen habe, fällt mir die eigene Rezension oftmals leichter.

    LG Babsi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich hatte es bei dem Buch auch erst ein bisschen sacken lassen ... habe mir aber tatsächlich keine anderen Rezis durchgelesen. Erst nach dem Schreiben der Rezi und irgendwie hätten die mir wahrscheinlich alle nicht geholfen^^

      LG Andrea

      Löschen
  6. Hallo Andrea - zu Hebesberger, Roland – Abzweigungen - ich lese ganz gerne Thriller - das hier ist aber ein recht angenehmer Thrill, da zwar Tote vorkommen aber nur wenig - es arbeitet mehr mit der Spannung der Verfolgung. Es ist also nicht übertrieben brutal.

    Ein interessantes Buch - ich hätte jetzt auch eher auf einen Krimi getippt - Liebesromane sind meistens nicht so mein Ding - Ich lese höchstens mal zu Weihnachten romantische Bücher.

    Bücher, die anders sind mag ich sehr gerne - da beschäftigt man sich auch lange mit - das begrüsse ich immer sehr.

    Liebe Grüsse

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich finde es echt interessant, dass ihr alle von einem Krimi ausgeht^^ für mich liest der KT gar nicht danach, aber ich kenne die Bücher der Autorin ja auch.

      Ich mag auch Bücher, die anders sind - vor allem, wenn sie länger im Gedächtnis bleiben.

      LG Andrea

      Löschen

**Achtung**

Ab dem 25. Mai 2018 gilt eine neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).
Durch das Kommentieren eines Beitrags werden automatisch über Blogger (Google) personenbezogene Daten wie Name, Email und IP-Adresse erhoben. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.

Beim Senden eines Kommentars werden diese Daten gespeichert. Mit dem Abschicken des Kommentars erkärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Informationen findest Du in den DATENSCHUTZRICHTLINIEN.