Sonntag, 17. Dezember 2023

[Hörbuch] Andreas Eschbach - NSA. Nationales Sicherheits-Amt


Autor: Andreas Eschbach
Sprecherin: Laura Maire
Titel: NSA. Nationales Sicherheits-Amt
Reihe: -
Genre: Fiktiver Roman, Historisch
Verlag: Lübbe // Lübbe Audio
Seiten/Minuten: 796 // 688
Preis: Ebook 9.99€; Print 14.90€; Hörbuch ab 14.00€





Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im NSA, dem Nationalen-Sicherheits-Amt, und entwickelt dort Komputer-Programme, mit deren Hilfe alle Bürger überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, widersetzt Helene sich. Dabei muss sie nicht nur gegen das Regime kämpfen, sondern auch gegen ihren Vorgesetzten Lettke, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet ... [© Cover & Text: Lübbe Audio]

Dies war mein erstes Buch des Autors und auch wenn die Bewertung jetzt nicht bedingt dafür spricht, wird es sicher nicht das letzte gewesen. Die Thematik hier war auch schlicht sehr speziell.
 
Der Stil des Autors hat mir gut gefallen und immer eine kontinuierliche Spannung erzeugt, sodass man wissen wollte, wie es weitergehen wird. Auch die Sprecherin macht hier einen sehr guten Job, sodass man die Seiten relativ flott weghören kann. Erzählt wird die Geschichte hier aus der Sicht von Helene, zwischendurch einzelne Passagen von Lettke.
 
Und da wären wir bei einem Knackpunkt des Hörbuchs ... es handelte sich um eine gekürzte Version. Worin die Kürzung bestand, wusste ich erst, als ich andere Rezensionen gelesen habe - hier wird die Erzählersicht von Eugen Lettke einfach völlig außen vorgelassen. Mit 3 Ausnahmen (die nicht mal gesondert gekennzeichnet sind und einfach komisch mitten drin sind) wird die Geschichte ausschließlich aus der Sicht von Helene erzählt. Die meiste Zeit stört das auch nicht, aber als zu den Entwicklungen am Ende geht, hat man schon den Eindruck, dass was fehlt und eine Menge Fragen offen bleiben, die Lettkes Sicht vielleicht beantworten könnte.
 
Die Handlung selbst beschreibt sehr gut den Lebensweg von Helene. Anfangs fand ich es durchaus interessant zu lesen, wie sich die Technik entwickelt und Helene ins NSA kommt und welche Aufträge sie dort hat. Mit der Zeit wirkte es aber doch ein wenig eintönig und kam auch nicht so richtig voran.
 
Die Entwicklungen der Technik fand ich sehr spannend, aber auf der anderen Seite auch echt gruselig. Gerade wenn man bedenkt, wie sich die aktuelle Technik entwickelt, ist das hier doch ein Schreckensszenario, was ich nicht unbedingt haben wöllte. Auch wenn man sicher ist, dass es einiges bereits gibt.
 
Im letzten Drittel nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und ich fand die Entscheidungen, die Helene getroffen hat, sehr interessant. Überraschende Wendungen inklusive, da man ja nie wusste, wer wo seine Finger noch im Spiel hat. Gewusst hätte ich gerne, wie es mit dem NSA weitergegangen ist - das wird bei Helene nicht mehr thematisiert. Ob ich wüsste, wenn die Sicht von Lettke dabei gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber gerade zum Ende hin hatte man das Gefühl, dass einfach zentrale wichtige Wendungen in den Ereignissen fehlten.
 
Das Ende des Buches hat noch eine Weile nachgewirkt und ich fand ich es auch absolut grausam und unnötig. Dafür hätte man echt was anderes wählen können, das war für mich einfach zu viel des Guten (oder Schlechten). Tatsächlich sind für mich auch noch einige Fragen offen geblieben ... was vielleicht/wahrscheinlich an der fehlenden Sicht Lettkes liegt. Sehr ungünstig gemacht, da einfach eine komplette Sicht zu streichen.


Rein objektiv betrachtet war die Geschichte ein sehr spannendes Gedankenspiel und man sollte froh sein, dass es so nicht gekommen ist. Die Sprecherin macht hier einen sehr guten Job, sodass man gut durch die Handlung kommt. Helenes Weg war durchaus spannend, wenn er manchmal auch ein wenig eintönig wirkte. Das Ende empfand ich als zu drüber und mir sich zu viele Fragen offen geblieben. Was eventuell auch daran liegen kann, dass durch das gekürzte Hörbuch einfach eine komplette Erzählweise (Eugen Lettke) gestrichen wird. Sehr ungünstig gemacht.


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4 Kommentare:

  1. Schönen guten Morgen!

    Das ist echt schade - und ein Grund weshalb mir gekürzte Hörbücher so gegen den Strich gehen. Die zweite Sicht einfach zu streichen ist wirklich ungünstig, da fehlt ja dann wirklich einiges! Ich weiß nicht, wer sich sowas einfallen lässt...
    Ich freu mich aber, dass du dich dadurch nicht abschrecken lässt. Eschbach hat so viele tolle Bücher geschrieben und fast immer spannende und aktuelle Themen behandelt, da findest du sicher noch was, das dich anspricht - und dich dann vielleicht mehr überzeugt :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Das verstehe ich auch nicht. Ich hab an sich nichts gegen Kürzungen, aber eine komplette Sicht streichen, erscheint mir recht sinnfrei.

      Abschrecken absolut nicht, denn er selbst kann ja nichts dafür. "Aquamarin" ist ja noch Teil meines SuBs, das wird dann auf jeden Fall endlich mal gelesen.

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    2. Aquamarin ist auch eine tolle Trilogie von ihm. Zwar nicht meine Lieblingsbücher aber ich denke, die Richtung/Thematik gefällt dir :)

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    3. Ich erinner mich, deine Rezension dazu hat mich die Reihe wieder in den Blick rücken lassen ;) da ich dieses Jahr aber keine neuen Reihen beginnen will, wirds erst nächstes Jahr ;)

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