Freitag, 22. November 2019

Anspruchsvoll und verwirrend - Rezension zu "Traumschreiter 1"





Autor: Sebastian Meissner
Titel: Tochter der gekenterten Reiche
Reihe: Traumschreiter 1/9
Genre: Fantasy
Erscheinungsdatum: 20.11.2019

Seiten (Print): 296
Preis: Print 9.99€; Ebook 2.99€








 Ein Reich des Lichts, bedrängt von Alb.
Haie schwimmen, wo Mammuts stapfen, denn Wasser und Luft sind eins.

In einer Welt jenseits der menschlichen Träume kämpft sich die Traumschreiterin Wassilissa aus dem Schlund der Mahre zurück in die Schleier der Zivilisation.
Sie findet ihr Volk bedroht und gespalten vor. Als sie dem Konflikt nachgeht, lernt sie Freund wie Feind zu misstrauen. Nur auf Ulu, Wassilissas Gefährten, ist immer Verlass. Und auf ihr Talent, jede Antwort zu finden, wenn sie lange genug wühlt. Ihre Beharrlichkeit hält Wassilissa nahe am Abgrund, aber dort kennt sie sich aus.
Diesseits der Träume verliebt sich Arthur ausgerechnet in Julia, die Freundin seines Bruders. Erstmals im Leben schrecken ihn weder Scham noch Streit und damit wählt er ein Schicksal, das mehr als seine Welt verändert.
[Cover-/Textquelle: Sebastian Meissner]

Das Buch habe ich in einer Leserunde auf Lovelybooks gelesen und am Ende muss ich sagen, dass es mit das Beste war, was mir passieren konnte. Denn durch den Austausch mit den anderen Teilnehmern konnten doch so einige Fragen geklärt werden und zumindest ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht werden. Aber von vorne...

Ich hab mich dem Buch von der ersten Seite an schwer getan - was vor allem daran lag, dass man einfach in die Geschichte und die Traumwelt hineingeworfen wird, aber so fgut wie keine Erläuterungen dazu bekommt. Es tauchen so viele Begriffe auf und ich konnte so gut wie keinen in einen sinnvollen Zusammenhang bringen. Das hat sich im Laufe des Buches auch nicht so richtig geändert. Der Autor hat uns dann zwar ein Glossar zur Verfügung gestellt (was per se auch bitter nötig war), aber für mich war es zu spät, wirklich damit zu arbeiten. Ich war zu dem Zeitpunkt in der Hälfte des Buches und hatte mir einfach meine "eigene Welt" aus dem Ganzen, was ich verstanden habe, gebastelt. Das Glossar hätte ich mich da nur wieder von vorne durcheinander gebracht.

Insgesamt ist die Traumwelt etwas sehr anspruchsvolles und komplexes. Von der Grundidee her fand ich das wirklich gut, da man hier auch mal etwas komplett Neues lesen konnte - mir ist sowas bisher zumindest nicht über den Weg gelaufen. Nur leider ist das alles bei mir nicht so wirklich angekommen, was mir die Freude am lesen doch etwas genommen hat.

Gerade am Anfang wird viel von den Beziehungen und Mechanismen innerhalb der Traumwelt erzählt (deren Zusammenhang sich mir nicht erschlossen hat) und das hat meinen Lesefluss doch ein bisschen gestört. Es war schlicht anstrengend und hat sich auch öfter mal gezogen. Allerdings habe ich auch eine Besserung feststellen können - nämlich dann, als es wirklich an die Handlung geht und auch mehr passiert. Mit der Zeit las es sich flüssiger und zumindest war es nicht mehr anstrengend. Ich bin dann sogar verhältnismäßig schnell durch die letzten Seiten durch.

Die Handlung ... tja, zusammenfassen kann ich sie nur zum Teil. Schlicht weil sich mir manches einfach nicht erschlossen hat. Im Laufe des Lesens sind so viele Fragen aufgekommen, die das Buch nicht beantwortet, dass ich oftmals einfach nur verwirrt war und keine richtigen Zusammenhänge ziehen konnte. Und so stehe ich am Ende da und kann mit vielen Punkten nichts so richtig anfangen. Manche Fragen werden sicher in den nächsten Bänden geklärt werden, aber das ist mir ehrlich gesagt ein bisschen zu spät.

Zu den Charakteren habe ich keinen richtigen Bezug finden können. Wassilissa und Ulu sind zwar ständig präsent und man lernt sie näher kennen, aber irgendwie habe ich nach wie vor den Eindruck, nicht so richtig zu wissen, wer die beiden eigentlich sind.
Bei Charakteren aus dem Diesseits ist es nicht besser - die haben nur sehr wenige Auftritte, bei denen ich von ihnen keinen wirklichen Eindruck gewinnen konnte. Im Gegenteil, teils haben sie mich mit ihren Handlungen mal wieder nur verwirrt.

Ob ich die Reihe weiterlesen würde? tja, ich bin ehrlich, keine Ahnung. Vermutlich aber eher nicht. Dafür ist mir das ganze Weltenkonzept einfach zu wirr geblieben und die Geschichte hat mich auch nicht so gereizt, dass ich unbedingt wissen muss, wie es weitergeht. Wenn man davon absieht, dass ich ehrlich gesagt keine Ahnung habe, wohin das Ganze eigentlich führen soll.

Wer eine anspruchsvolle Fantasy-Geschichte sucht, die ein komplexes Weltenkonstrukt besitzt, der sollte sich das Buch auf jeden Fall anschauen. Wer das nicht so mag, für den ist das Buch wahrscheinlich nichts. Bei mir hat sich kein richtiger Lesefluss einstellen wollen, weil ich vieles einfach nicht verstanden habe oder in einen Zusammenhang bringen konnte. Auch habe ich zu den Charakteren keinen Bezug finden können.

Mein Tipp: lest euch die Leseprobe durch, da bekommt man schnell einen Eindruck von der Komplexität!


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Vielen Dank an den Autor und Lovelybooks für die Leserunde!

Kommentare:

  1. Hallo Andrea,
    ich kann dich sehr gut verstehen. Ich habe das Buch heute vormittag beendet und habe mich teilweise auch ganz schön durch die Seiten gekämpft und das obwohl ich zu Beginn bereits das Glossar hatte. Das hat mich allerdings auch eher erschlagen und war leider auch nicht so leicht zu verstehen und mit der Handlung in Verbindung zu bringen. Bzw. war es mir manchmal auch einfach zu anstrengend 3-4 Wörter (oder mehr) pro Seite nachsehen zu müssen. Zum Ende hin hat sich für mich auch einiges erschlossen, aber das kam dann einfach zu spät. Ich glaube auch, der Weltenaufbau ist wirklich toll und facettenreich und kann ganz viel Boden für tolle Entwicklungen bieten, daher hoffe ich auch, dass es Leser geben wird, die besser mit der Geschichte klar kommen, damit jemand Wassilissas und Ulus Geschichte verfolgt.
    Lg Dana

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    1. Ich war auch ein wenig erschlagen, als wir in der Leserunde das Glossar bekommen hatten - aufgrund der vielen Begriffe (das war mir so gar nicht bewusst gewesen), hab ich es dann auch gelassen.

      Die Meinungen, die ich bisher gelesen habe, gehen weit auseinander. Auch in der Leserunde ist mir das aufgefallen - einige fanden es super und haben alles verstanden und die anderen wiederum gar nichts.

      LG Andrea

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    2. Ich hatte auch ein wenig in die Leserunde reingesehen, als ich so bei 2/3 des Buches war... ich musste einfach mal schauen, wie andere es so empfinden und war auch sehr überrascht, wie sehr die Meinungen auseinander gehen. Finde es für den Autoren aber auch sehr schön, dass einige sich eben doch wohl in der Geschichte gefühlt haben und die Art und HAndlungen der Traumschreiter gut verstanden haben. Nicht jedes Buch liegt jedem, das ist ja nicht schlimm. Aber ich denke, die Reihe hat schon Potenzial und so viele gute Gedanken, deswegen würde ich mich freuen, wenn andere sie weiter lesen. :)

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