Freitag, 16. August 2019

Eine heftige, aber fesselnde Geschichte - Rezension zu "Inbetween 1+2" von Svea Lundberg


Autorin: Svea Lundberg
Titel: Zwischen Bühne und Bordell // Zwischen Fallen und Fliegen
Reihe: Inbetween 1+2
1: Zwischen Bühne und Bordell | 2: Zwischen Fallen und Fliegen | 3: Zwischen Bahnsteig und Bestatter
Genre: Gayromance
Verlag: Dead soft
Erscheinungsdatum: 26.08.2016 // 15.03.2018
Seiten: 364 // 244


Zwischen Bühne und Bordell: Jerik hält nicht viel von Musicals und an so etwas wie Liebe auf den ersten Blick glaubt er auch nicht – so lange, bis er bei einer Show einem Tänzer begegnet, der ihn ungewollt eines Besseren belehrt. Alexej ist allerdings kein Mann für eine Beziehung und Jerik nicht interessiert an einem Kerl, der sein eigenes Leben nicht auf die Reihe bekommt.
Dennoch gehen die beiden das Wagnis einer Beziehung ein, obwohl Jerik weiß, dass Alexej seine Drogensucht mit bezahltem Sex finanziert. [Cover-/Textquelle: Dead soft]

Zwischen Fallen und Fliegen: Nachdem der kalte Entzug an Jeriks Seite in einer Katastrophe endete, findet sich Alexej im Krankenhaus wieder. Die Ärzte raten ihm dringend zu einer professionellen Entzugsklinik, aber benommen von Beruhigungsmitteln und mit einer Infusionsnadel im Arm, bricht er die Behandlung lieber heute als morgen ab. Denn er ist sich sicher: Er hat die Beziehung zu Jerik endgültig zerstört und ohne ihn wird er den Entzug niemals schaffen.
Statt in eine Klinik begibt sich Alexej zurück auf die Straße und hinein in die bittersüße Umarmung von Heroin und fremden Freiern. Sein Leben wird zum Schwebezustand zwischen Fallen und Fliegen. So lange, bis ihm eine unerwartete Begegnung die Augen öffnet. Wird er den Aufprall überstehen? [Cover-/Textquelle: Dead soft]


Band 1 der Reihe
Wow... ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll. Ich könnte die ganzen Gedanken, die mir während des Lesen durch den Kopf gegangen sind, gar nicht alle aufschreiben, das wäre dann wohl ein Roman^^

Band 1 hat im Buch den Untertitel "Ein Drama in 5 Akten" und ja, das passt wirklich gut, denn ein Drama ist es wirklich. Aber eines, aus dem man viel mitnehmen kann.

Der Klappentext beschreibt eigentlich schon ziemlich gut, worum es in dem Buch geht: Drogensucht. Kein Thema, mit dem ich oft in Berührung komme (und darüber bin ich mehr als froh). Aber ich fand, dass die Autorin es hier authentisch und ehrlich rübergebracht hat. Zum einen haben wir da Alexej, der die Drogen nimmt und von sich selbst glaubt, dass er nicht süchtig ist. Und auf der anderen Seite Jerik, der Alexej liebt und irgendwie versucht, mit allem umzugehen.

Band 1 erzählt die Geschichte aus der Sicht von Jerik und man bekommt mehr als detailliert Einblicke in seine Gedanken und Gefühle. Wie zerrissen er zwischen dem Wunsch ist, Alexej zu lieben und ihm zu helfen. Und wie er selbst an dem ganzen zerbricht. Die Autorin baut die Emotionen so lebensecht ein... ich wusste zwischendurch selbst nicht, wie ich reagieren sollte. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und auch wenn sie traurig, emotional und manchmal nervenzerreißend war, konnte ich doch nicht mit lesen aufhören. Es war wie ein Sog, der mich an das Buch gefesselt hat.

Auch wenn man manchmal das Gefühl haben könnte, dass sich in der Geschichte einiges wiederholt, empfand ich es nicht so. Die Geschichte kam mir so sehr authentisch vor und (leider) konnte ich mir gut vorstellen, dass sie so auch in der Realität ablaufen könnte.

Das Ende des Buches hat mich befriedigt, wenn auch sehr zum nachdenken angeregt. Die Achterbahnfahrt, die ich mit den beiden Protagonisten durch hatte, musste ich doch erstmal sacken lassen. Ich könnte jetzt kritisch bemerken, dass mir die Sicht von Alexej gefehlt hat - ich wusste aber am Anfang schon, dass seine Sicht im zweiten Band noch kommt und deswegen hatte ich mich von vorne herein darauf eingestellt.

Band 2 der Reihe
Den zweiten Band habe ich dann auch gleich noch hinterher gelesen. Jetzt war ich einmal in der Thematik drin, da wollte ich das auch abschließen können. Denn insgesamt haben mich die beiden Bücher doch sehr zum nachdenken angeregt.

Die Geschichte kann man nicht getrennt von Band 1 lesen, da sie praktisch mitten in der Handlung des ersten Bandes einsteigt und man die Phasen erlebt, in denen Alexej am stärksten mit sich selber kämpfen muss. Einige Szenen erkennt man aus dem ersten Band wieder, aber viele waren doch neu und erzählen die Zeit, die im ersten Band ein bisschen "übersprungen" wurden und wie es nach dem Ende von Band 1 weitergeht.

Als Ergänzung fand ich das Buch richtig gut, da man so auch Alexej besser verstehen konnte. Okay, ich kann nach wie vor nicht verstehen, warum man auf Drogen zurück greift, aber darum ging es ja auch nicht. Man konnte Alexej und seine Gefühle einfach deutlich besser verstehen und auch in Ansätzen seine Entscheidungen nach dem Entzug. Ich fand es gut, dass die Autorin diese Einblicke nochmal gegeben hat und ich kann mir nicht vorstellen, wie viel Arbeit es gewesen ist, das so authentisch zu schreiben.

Auch hier hat sich wieder ein Sog eingestellt - ich konnte mit dem Lesen nicht aufhören und habe praktisch alles in einem Rutsch inhaliert. Aber danach hatte ich irgendwie das Gefühl, damit auch abschließen zu können und das Thema selbst wieder ruhen zu lassen.
Band 3 handelt übrigens nicht mehr von den beiden Protagonisten, sondern von einem Nebencharakter. Tatsächlich gab der Epilog schon mal einen kleinen Einblick in deren Geschichte - die ich definitiv lesen muss!



Fesselnd und heftig
Die Geschichte behandelt mit Drogensucht kein einfaches Thema und nach dem lesen der beiden Bücher habe ich mir doch noch eine Weile Gedanken dazu gemacht. Die Autorin hat die Thematik ehrlich und authentisch eingebaut und das Lesen war für mich eine emotionale Achterbahnfahrt. Und gleichzeitig hat es sich wie ein Sog angefühlt, weil ich einfach nicht aufhören konnte und die Bücher praktisch inhaliert habe.


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Kommentare:

  1. Hallo Andrea,
    danke für deine tolle Rezension bzw. die Rezensionen! Ich habe Band eins vor drei Jahren gelesen und war damals auch sehr nachdenklich nach dem Lesen. Eine sehr intensive und düstere Geschichte, die zeigt, wie sehr Drogen einen verändern können. Dass es einen zweiten Band gibt, habe ich vor einigen Tagen bei dir entdeckt, als du meintest, du musst die Fortsetzung direkt lesen. Man verliert die Bücher ja doch irgendwann auch etwas aus den Augen, zu viel was man lies,t zu viel wo dann irgendwann noch eine Fortsetzung kommt...
    Allerdings schwappt deine Begeisterung jetzt noch mal zu mir rüber. Vielleicht finde ich irgendwann die Zeit, die reihe zu beenden, wobei es dann vielleicht gut sien wird, sie komplett zu lesen. Oder gelingt der Einstieg nur mit dem zweiten Band auch wieder? -grübel-
    Lg Dana

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    1. Zwischen Band 1 und 2 ist vom ET her gesehen auch eine ganze Zeit vergangen, da passiert es bei mir auch öfter mal, dass ich was übersehe.

      Freut mich aber, dass ich dich doch wieder neugierig auf die Reihe machen konnte :)
      Ein Einstieg mit Band 2... hmm, wenn du dich noch gut an Band 1 erinnerst, dann sollte das auf jeden Fall klappen. Wenn du gar keine Erinnerungen mehr hast, wird es wahrscheinlich schwierig. Da fehlt dann wahrscheinlich der ein oder andere Zusammenhang.

      LG Andrea

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    2. Also ich würde meine Erinnerungen wohl eher als sehr vage beschrieben :D Ich habe zwar noch ein paar Fetzen im Kopf, aber für viel mehr reicht es irgendwie dann doch nicht mehr. Beim Lesen würde zwar vielleicht das eine oder andere dann im Kopf wieder auftauchen, aber wer weiß...
      Falls ich mir die reihe also weiter vornehme, muss ich dann einfach noch mal Zeit für Band 1 einplanen. es wäre schade, wenn man sich dann die Zusammenhänge und übegreifenden Asepkte nehmen würde.

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