Sonntag, 5. August 2018

Warum ich zu "Until Friday Night" von Abbi Glines keine normale Rezension schreiben kann




Autorin: Abbi Glines
Titel: Until Friday Night. Maggie & West
Reihe: Field Party 1
1: Until Friday Night | 2: Under the Lights | 3: After the Game
Genre: New Adult
Verlag: Piper

Erscheinungsdatum: 01.06.2016
Seiten (Print): 304
Preis: Print 8.99€; Ebook 7.99€




Warum ich keine normale Rezension schreiben kann, liegt nicht daran, dass es mir nicht gefallen hat und ich nicht weiß, wie ich das schreiben soll oder dass es so gut war, dass mir die Worte fehlen - es liegt vor allem daran, dass mich das Buch in eine Zeit mitgenommen hat, in die ich momentan eigentlich nicht zurückkehren wollte.


Klar, ich habe den Klappentext gelesen und ich wusste, welches Thema da auf mich zukommt. Aber ich hatte nicht erwartet, dass es mich so sehr mitnimmt und mich so stark in die Zeit vor einem Jahr zurückversetzt.

Die Geschichte handelt von Maggie und West. Maggie spricht seit einer Familientragödie nicht mehr, West hat einen krebskranken Vater - beide haben es nicht gerade einfach, aber dennoch können sie gemeinsam in dieser schwierigen Zeit einen Weg finden.

Das, was mich in dem Buch so sehr beschäftigt hat, war der krebskanke Vater von West. Denn vor noch nicht mal einem Jahr war ich noch in dergleichen Situation - mein Opa hatte unheilbaren Krebs. Es war damals schon klar, dass er damit nicht mehr sehr lange leben wird und es tat unglaublich weh, ihn mit jedem Tag ein wenig schwächer zu erleben. Wests Vater geht es da nicht anders - und so wurde ich immer wieder an die Zeit mit meinem Opa erinnert. Ich konnte Wests Gedanken und Handlungen einfach nur zu gut nachvollziehen, weil sie mich an meine eigenen und die meiner Familie erinnert haben.

Auch wenn ich versucht habe, die Geschichte und meine Vergangenheit voneinander zu trennen, ist mir das einfach nicht gelungen. Vor allem dann nicht mehr, als es im Buch zu einer traurigen Wendung kommt. In dem Moment habe ich mich so sehr in die Zeit von vor einem Jahr zurückversetzt gefühlt, dass ich das Buch erstmal weglegen musste, um das wieder zu verarbeiten.

Sicher, ich hätte danach aufhören können, das Buch zu lesen. Aber ich wollte wissen, wie West (und auch Maggie) ihre Traumata überwinden. Und die Geschichte hat mich dann einerseits gerührt, aber auch zum nachdenken gebracht. Ich hab mich dann bewusst dafür entschieden, die Zeit vor einem Jahr revue passieren zu lassen und mich damit auseinander zu setzen.
Es wird wohl immer schwierig sein, daran zu denken, aber irgendwie habe ich jetzt zumindest das Gefühl, dass ich ein bisschen meinen Frieden damit gemacht habe.

Ich könnte und will das Buch nicht bewerten, weil jedes Wort von meinen eigenen Erinnerungen geprägt sein würde. Die vielen Emotionen, die ich während des lesen verspürt habe - ich könnte gar nicht trennen, ob sie nur wegen meinen Erinnerungen kamen oder wegen der Geschichte.
Sicher könnte ich was zur Spannung, dem Schreibstil oder den Charakteren sagen - aber ich hätte dann irgendwie immer das Gefühl, dass es dem Buch und der Geschichte nicht gerecht werden würde. Mal savon abgesehen, dass ich gar nicht wüsste, welche Worte es am besten beschreiben könnten.

Ob ich das Buch empfehlen kann? tja, die Antwort lautet darauf wohl jein.
Ja, weil es eine Geschichte ist, die einen mitreißen kann, zum nachdenken bringt und wirklich die Realität beschreibt - in all ihren Facetten.
Nein, weil die Geschichte einen auch zu sehr mitreißen kann und in Erinnerungen zieht, die man vielleicht nicht erleben will (so war es zumindest bei mir).

Zum Abschluss habe ich mir noch ein Zitat rausgesucht, welches ich sehr schön fand ... auch wenn es sehr traurig angehaucht ist. Es ist einfach hängengeblieben:

Später […] ließ ich die erste Träne fließen. 
Für alles, was ich verloren hatte. 
Für alles, was ich gefunden hatte. 
Für alles, was ich jetzt nicht verlieren durfte, doch zu verlieren befürchtete.“ 
(Until Friday Night, S. 206)




Damit ihr euch selbst einen Eindruck von dem Buch machen könnt, hier mal noch der Klappentext:

>>Nach außen hin ist West Ashby der gut aussehende Football-Held, der die Lawton Highschool zur Meisterschaft führen wird. Innerlich wird er jedoch von Ängsten um seinen krebskranken Dad zerfressen, und er kann mit niemandem darüber sprechen, da niemand davon erfahren soll. Als West eines Abends aber nicht mehr weiterweiß, vertraut er sich bei einer Party dem Mädchen an, das ihn bestimmt nicht verraten wird: Maggie, die seit einem schrecklichen Ereignis in ihrer Familie nicht mehr spricht. Umso mehr überrascht es West, als sie ihm plötzlich doch antwortet und dass er fortan an nichts anderes mehr denken kann, als an ihre sanfte Stimme und ihre weichen Lippen.<<
[Cover-/Textquelle: Piper]


Ebenso ein paar Rezensionen, die ein bisschen mehr über das Buch berichten:

Seelenlesezeichen 5/5
Bücherschmöcker 4,5/5
Steffis Bookworld 5/5
BücherFantasie 4,5/5

Kommentare:

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