Sonntag, 26. Januar 2020

[ProtaTalk] mit Phelía und Làron aus "Die Wächter von Nimrhon"



© M. Rose-Everly
Heute reise ich, um zu meinem Interview zu kommen, mal wieder in ein neues Land. Wobei, eigentlich ist es ja gar nicht so neu – denn früher war diese Welt meiner gar nicht so unähnlich. Infolge der globalen Erwärmung hat sich hier aber einiges verändert und dann ist wohl auch noch ein neues Volk „eingefallen“. Da muss ich meine Interviewpartner nachher mal genauer fragen, was eigentlich passiert ist. Mein Portal hat mich diesmal in ein Waldstück geführt. Ich sehe mich um und entdecke unter einem Baum 2 Personen – einen Mann und eine Frau. Die beiden kommen auf mich zu.


Ich: Hallo. Ihr müsst Phelía und Làron sein, meine heutigen Interviewpartner.
Làron: Hallo. Toll, dass du dir die Zeit nimmst!
Phelía: Da schließe ich mich an, es ist wirklich schön, dich hier zu treffen! Und deine Klamotten sehen echt cool aus. Ist das ein Kostüm?
Ich (schaue an mir runter, trage Jeans und einen Pullover): Äh … nein. Sowas trägt man bei uns eigentlich täglich.

Die beiden führen mich zu einem nahegelegenen Baumstamm, auf den wir uns setzen. Dann schauen sie mich erwartungsvoll an.

Ich: Eure Welt hat sich ja verändert und ist nicht mehr die, die ich noch kenne. Jetzt nennt sie sich „Nimrhon“. Was bedeutet das denn und was hat sich hier alles verändert?
Phelía: Nimrhon entstammt der Sprache avinghél, die sich über viele Jahre zwischen den verbliebenen Indianerstämmen und den Seherinnen entwickelt hat und bedeutet soviel wie das, was übrigblieb’.
Làron: Seit der Ansiedlung der Antarer hat sich die Welt schon enorm gewandelt. In dem großen Krieg, der vor weit über hundert Jahren stattfand, sind die meisten Menschen umgekommen, da sie ziemlich verweichlicht waren und nicht mehr wussten, wie man sich wehrt und verteidigt.
Phelía: Das stimmt leider. Danach floh ein Großteil der Überlebenden in verschiedene Winkel des Landes, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Dass dies gelungen ist, verdanken wir hauptsächlich den Indianern.
Làron: Ich versuche manchmal, mir vorzustellen, wie das Leben deiner Art damals wohl aussah, vor dem Krieg. So voller Technik, unpersönlich und überbevölkert. (macht ein ratloses Gesicht)
Phelía: Ich kenne die Welt meiner Vorfahren - also deine Welt (deutet auf mich) - auch nur noch aus Büchern oder von Bildern. Gehen die Menschen dort wirklich so schlecht mit ihrer Umwelt um?

Ich: Oh da fragst du mich was. Umwelt und ihr Schutz sind momentan heiß diskutierte Themen und wir geben unser Bestes, um sie zu schützen. Keine Ahnung, ob das reichen wird. Ich habe gehört, dass man dich, Phelía, auch „junge Wölfin“ nennt? Warum eigentlich, was macht dich besonders?
Phelía (errötet): Nun ja, ich würde mich nicht als etwas Besonderes bezeichnen …
Làron (grinst sanft): Wie immer viel zu bescheiden!
Phelía (stößt ihn ein wenig an): ... aber manche Leute behaupten das, weil ich eine spezielle Verbindung zu Tieren habe. Naja, und vielleicht, weil diese Bezeichnung in den Augen der Indianer meinem Charakter am meisten entspricht.
Làron: Tiefstaplerin! (deutet mit dem Daumen auf seine Sitznachbarin und zwinkert ihr zu) Bestimmt hat sie nur vergessen, zu erwähnen, dass sie außerdem eine wichtige Rolle für Nimrhons Zukunft spielt.

Ich: Eine Verbindung zu Tieren klingt auf jeden Fall nach etwas Besonderem. Und eine wichtige Rolle für die Zukunft der Welt – na das umso mehr. Ich will jetzt nicht unhöflich sein, aber zu welchem Volk gehörst du denn, Làron? Ein Mensch scheinst du ja nicht zu sein?
Làron (zuckt die Schultern): Schon okay, das höre ich oft. Meine Augen und meine Arme verraten ohnehin, dass ich mit den Antarern verwandt bin.

© M. Rose-Everly
Ich: Okay. Klingt spannend. Ich habe gehört, ihr befindet euch auf einer Reise, genauer auf der Suche nach deinen Eltern, Phelía. Was ist denn passiert, warum sucht ihr sie?
Phelía (ein wenig betrübt): Ja, das stimmt … sie wurden entführt. Aber die Männer meines Vaters und ich sind fest entschlossen, sie zu finden! (schaut Làron verstohlen an) Wobei wir glücklicherweise, wenn auch unerwartet, Hilfe bekommen.

Ich: Oh weh. Da drücke ich auf jeden Fall alle Daumen. Und unerwartete Hilfe kommt einem doch immer sehr gelegen. Gehen wir mal ans Eingemachte. Wie siehts in eurem Liebesleben aus, gibts da jemanden?
Làron: Ähm … (mustert Phelía intensiv, ehe er sich räuspert) Also, bei mir gibt es da definitiv jemanden, aber sagen wir, naja, die Situation ist kompliziert.
Phelía (blinzelt ein paar Mal und rutscht auf ihrem Platz hin und her): Nächste Frage, bitte …

© M. Rose-Everly
Ich: Okay, dann will ich mal nicht weiter nachbohren. Kommen wir zu einer kleinen Schnellfragerunde. Lieblingstier?
Phelía: Wie soll ich mich da entscheiden? (grinst) Wölfe und Pferde sind mir am liebsten, aber da ich auf meine ganz eigene Art mit Tieren kommuniziere, gibt es in punkto Beliebtheitsfaktor kein wirkliches Ranking.
Làron: Meine Lieblingstiere wären wohl Elefanten, wenn es noch welche gäbe. Sie sollen weise, treu und sehr sozial gewesen sein. Aber auch Pferde finde ich großartig.


Ich: Elefanten – das ist schon eher außergewöhnlich. Wölfe mag ich auch sehr gerne. Lieblingsessen?
Làron: Auf jeden Fall Pulled Pork. Und Blaubeerbrot.
Phelía: Bei mir sind es Maispfannkuchen und gegrilltes Steak. Am besten mit frischen Kräutern.
Làron (lacht): Steak ist klasse, stimmt. Egal, ob mit Kräutern oder ohne.

Ich: Ah naja, das wäre nicht so unbedingt meins. Lieblingswaffe?
Beide gleichzeitig: Schwert (tauschen ein flüchtiges Lächeln)


Ich: Das war eindeutig. Zelt oder freier Himmel?
Phelía: Ich liebe zwar die Natur und das Draußensein, aber nachts hab ich ganz gern ein paar Wände um mich herum.
Làron (mit dunkler Stimme): Wobei so eine Nacht unter freiem Himmel schon seine Reize hat …

Ich: Ich will gar nicht wissen, was dir da gerade vorschwebt (schmunzelt) Eine letzte Frage habe ich noch an euch, dann muss ich leider schon wieder los. Wenn ihr die Autorin eures Buches treffen könntet, was würdet ihr ihr sagen wollen?
Làron: Ich würde mich bei ihr bedanken, dass sie meinem Leben eine neue Richtung gegeben hat. Eine sinnvolle. (lässt ein umwerfendes Lächeln folgen) Und dass ich mir wünsche, im nächsten Band mal ein oder zwei Kapitel aus meiner Perspektive zu schildern.
Phelía (ein bisschen schüchtern nach einem Augenblick des Nachdenkens): Dass sie irgendwann, wenn die Geschichte Nimrhons auserzählt ist, ein glückliches Ende erfindet. (wirft Làron zum ersten Mal in diesem Gespräch einen langen Blick zu) Für jeden von uns.

Ich: Das klingt gut, das werde ich ihr auf jeden Fall ausrichten. Vielen Dank, dass ich euch zum Interview treffen durfte und einen kleinen Einblick in eure Welt und eure Geschichte bekommen habe. Für eure Reise drücke ich auf jeden Fall alle Daumen. Ihr schaffst das! Jetzt muss ich mich leider verabschieden, aber vielleicht trifft man sich ja mal wieder.
Phelía: Das wäre toll! Mach’s gut!
Làron (mit optimistischer Miene): Wie heißt es doch so schön: Man trifft sich immer zweimal im Leben.

Die beiden winken mir nochmal zum Abschied, dann gehe ich zu meinem Portal zurück. Ist schon spannend, wie sich eine Welt so verändern kann. Ich hoffe, dass die beiden Phelías Eltern ohne Probleme finden – aber so, wie ich Geschichten kenne, werden sie wohl auf einige Hindernisse stoßen. Ich hüpfe in mein Portal und reise wieder in meine Welt.

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Phelía und Làron haben mir in dem Interview einen kleinen Einblick in ihre Geschichte gegeben. Möchtet ihr mehr über ihre Geschichte und ihre Suche erfahren? 

Dann solltet ihr euch die Buch-Reihe „Die Wächter von Nimrhon“ von M. Rose-Everly mal genauer anschauen. Mehr Informationen findet ihr auch bei der Autorin (👉hier)


Klappentext: Phelía Revelle ist ein ebenso mutiges wie eigensinniges Mädchen mit besonderer Begabung, das in einer zerrütteten, nachzeitlichen Welt zwischen den Gefolgsmännern ihres Vaters aufwächst. So selbstverständlich wie Lesen und Schreiben lernt sie, mit dem Schwert zu kämpfen: Einerseits, um sich gegen skrupellose Autonome zur Wehr zu setzen, andererseits, um sich gegen die neuen Besiedler der Erde – Antarer genannt – zu behaupten, die die Ländereien der Menschen in einen Schauplatz des Überlebens verwandelt haben.
Als ihrer Familie großes Unglück widerfährt, macht sich Phelía entschlossen daran, ihr zu helfen, wobei sie nicht nur Unterstützung von ihren engsten Vertrauten, sondern auch von einem Scion erhält, der das Blut ihrer Feinde in sich trägt.
Doch kann Phelía dem schönen Fremden vertrauen, zu dem sie sich unerklärlich hingezogen fühlt?
Ganz offenbar verbirgt er nicht nur ein dunkles Geheimnis, sie kommen auch aus zwei völlig verschiedenen Welten. [Cover-/Textquelle: M. Rose-Everly]

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